Freundschaft und Wertschätzung als innere Haltung


Rückblick Internationales Freundschaftsfest 2025: Ein sonniges Fest der Vielfalt – Demokratie gemeinsam (er)leben!

Offen, bunt, fröhlich: Das Internationale Freundschafts- und Demokratiefest 2025 war wieder ein voller Erfolg!

Am Samstag, den 5. Juli, wurde der Alsfelder Bürgergarten mit Tanz und Musik zum lebendigen Schauplatz für interkulturellen Austausch, friedliche Begegnungen und Vielfalt in der Region. Gemeinsam wurde Demokratie gefeiert und erlebbar gemacht, organisiert von der „Demokratie leben!“ – Koordinierungsstelle des Vogelsbergkreises, in Kooperation mit zahlreichen lokalen Projektpartnern, Vereinen, Netzwerken und Unterstützenden.

Vielfalt auf allen Ebenen – zum Zuschauen, Mitmachen und Mitfühlen

Rund um die Bühne präsentierten sich über 20 Gruppen, Projekte und Initiativen, die mit Infoständen, Aktionen, Spielen, Ausstellungen und Köstlichkeiten zum Mitmachen einluden. Dabei wurde deutlich: Engagement ist vielfältig – genau wie die Menschen, die dahinterstehen. Von der Wanderausstellung “Frauen im Fokus“ über die interaktive „Respekt-Bar“ der Evangelischen Jugend bis hin zu den Alsfelder Kulturtagen, der Klimabildungslandschaft, dem Verein gelegte Inklusion oder der Volkshochschule : Das Programm war bunt.

Musik, Tanz und starke Botschaften

Nach Begrüßungen durch den Landrat Dr. Jens Mischak und den Alsfelder Bürgermeister Stephan Paule, führten Sina Günther und Dr. Walter Windisch-Laube durch ein abwechslungsreiches, interkulturelles Programm:

Eine arabisch-syrische und eine afghanische Kindergruppe der Moscheegemeinde Alsfeld begeisterten mit farbenfrohen Tänzen. Musikalisch reichte die Palette von den „3Celli“ – einem Cellotrio der Alsfelder Musikschule – bis zum „Turnalar Quartett“, das musikalische Traditionen vom Balkan bis in den Iran miteinander verband. Irische Klänge eines weiteren Musikschulensembles rundeten die musikalische Weltreise ab.

Begegnung, Genuss und Gemeinschaft

Ein Highlight war nicht nur die künstlerische Vielfalt – sondern auch die Stimmung im Publikum: offen, interessiert, fröhlich. Überall wurde diskutiert, gelacht, zugehört, mitgemacht. Natürlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz: Ob Waffeln von der Spiel- und Lernstube, Kuchen von Hand in Hand e.V., Getränke vom Freiwilligenzentrum, internationale Spezialitäten vom Weltenkinder e.V. oder Kaffee im Sand – kulinarisch war für alle etwas dabei.

Familien mit Kindern freuten sich über Bastelangebote und eine Fußballschießwand, andere nutzten die Zeit für Gespräche, Vernetzung und Erholung im Schatten. Der Bürgergarten bot den perfekten Rahmen für ein offenes, barrierearmes Fest, bei dem sich alle willkommen fühlen konnte.

Am Ende des Tages war spürbar, was das Fest zeigen wollte: Demokratie ist kein abstraktes Konzept – sie wird dort stark, wo Menschen sich begegnen, sich austauschen und gemeinsam gestalten.

Wir sagen Danke

Wir sagen Danke an alle Mitwirkenden, Helfenden, Partner und Partnerinnen, Künstler und Künstlerinnen, Besucher und Besucherinnen – und freuen uns schon jetzt auf die nächste Gelegenheit, gemeinsam Demokratie zu feiern.

Sie haben Lust, mehr von „Demokratie leben!“ zu hören? Kommen Sie doch zu einem unserer Netzwerkstammtische – Daten finden Sie auf unserer Homepage, oder schreiben Sie uns unter loko(at)vielfalt-im-vb.de  
 


Internationales Freundschaftsfest 2019

„Demokratie leben“ als Chance der Begegnung und des Austauschs

ALSFELD (pm). Die Sonne strahlte, die Menschen kamen in Scharen, die Stimmung war ausnehmend gut – kurz: Das Internationale Freundschaftsfest des Vogelsbergkreis im Alsfelder Klostergarten war ein großer Erfolg, über den sich natürlich besonders die Mitwirkenden der Projektgruppen des Bundesprojektes „Demokratie leben“ der Stadt Alsfeld und des Vogelsbergkreises freuten.

Gestartet war es am Samstagnachmittag mit viel Rhythmus und jeder Menge Freude: Die Trommelgruppe „Bambeto“ eröffnete die Veranstaltung. Sie vereint Kinder und Jugendliche jeden Alters und richtet sich auch an Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund. So bestach bereits dieses Ensemble durch seine bunte Mischung. Mit ihrer Musik und richtig guten Tanzeinlagen sorgten die Jugendlichen für Begeisterung unter den schon von Anfang an sehr zahlreich anwesenden Gästen und Vertretern der Politik. Den Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Jens Mischak und Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule konnte Moderator Norbert Kelbassa zu einem Grußwort im Klostergarten begrüßen.

„Freundschaft ist eine innere Haltung“, so Dr. Mischak, der dazu aufrief, verschiedene Kulturen als Bereicherung und nicht als Belastung zu sehen. „Es geht darum Brücken zu bauen. Dafür müssen wir nicht nur übereinander und miteinander reden, sondern auch gemeinsam feiern.“ Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule zeigte sich sehr erfreut, dass die Ausweitung des Demokratiefestes, beispielsweise durch die Beteiligung der Türkisch-Islamischen Gemeinde, ein breiteres Angebot biete als frühere Feste und mehr Menschen anspreche. „Wer in Alsfeld lebt, ist Alsfelder und Vogelsberger“, stellte der Rathauschef mit Blick auf die vielen Gäste mit Migrationshintergrund fest, die sich ganz selbstverständlich unter die viele Gruppen Einheimischer und Gäste aus dem weiteren Landkreis mischten.

Zu sehen, zu sprechen und zu genießen gab es reichlich Internationales in diesen drei Stunden im Klostergarten. Die Türkisch-Islamische Gemeinde hatte ein sagenhaftes Büffet mitgebracht, ebenso die Kuchenbäckerinnen des Internationalen Frauencafés. Landestypische Spezialitäten gab es auch am Stand der Volkshochschule des Kreises. Die Dozentinnen und Dozenten stellten ihre Herkunftsländer kulinarisch vor und bereicherten das Fest um eine wachsende Landkarte mit Informationen darüber. Während die Mitarbeiterinnen des Kreises mit dem KAFF-Mobil für viel Spaß bei den Kindern sorgten, bot das weitere Programm auch zwei Moscheeführungen an. So konnten die Gäste auch diesen Teil Alsfelds entdecken – eingestimmt hatte sie da vielleicht schon der Auftritt des Tanzenden Derwisch, für den kurzfristig die Volkmarstraße gesperrt wurde. Ganz in ein weißes Gewand verhüllt, versank der Derwisch durch seine langsamen, einer bestimmten Symbolik folgenden Drehungen in eine Art Trance, eine Abkehr von der Welt hin zu einer Annäherung an Allah. Ein Ritus, der vielen Gästen fremd war und in einzelnen Gesprächen nach den beiden Darbietungen erläutert wurde. Die Musik, die zwischendurch immer wieder zum Tanzen einlud, spielte die Band „Melodie“ in dem offenen Zelt im Klostergarten. Dort fand in der letzten Stunde des Festes auch der Aufritt von Ali Can, dem „Asylbewerber des Vertrauens“ dar.

Selbst vor mehr als zwei Jahrzehnten mit seinen Eltern als Flüchtling nach Deutschland gekommen, wurde der Student gerade seit 2015 immer wieder angesprochen und nach seiner Einschätzung zu den wachsenden Flüchtlingszahlen und den Möglichkeiten der Integration befragt. Selbst nahm er – besonders durch die großen Pegida-Bewegungen im Osten Deutschlands – wachsende Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wahr. Seine so unterhaltsame wie beeindruckenden Präsentation stellte er unter das Motto „Manchmal reden wir zu viel und fühlen zu wenig.“ Mit dieser Idee machte er sich schließlich auf in den Osten, mischte sich mit einem Schokoladenosterhasen unter die rechten Pegida-Anhänger und suchte und fand den „kleinsten gemeinsamen Nenner“. Ali Can beschloss die Ängste und Bedenken der Menschen ernst zu nehmen, die sich gegen die Aufnahme von zu vielen Geflüchteten stellten und gründete die „Hotline für besorgte Bürger“. Hier kann jeder Mann und jede Frau anrufen und mit ihm über diese Ängste sprechen, ohne gleich als Rassist abgestempelt zu werden, denn, so die Philosophie dahinter: „Rassismus sollte man bekämpfen, Rassisten dagegen nicht.“ Mit ihnen, ganz gleich ob man ihnen in der Familie, im Bekanntenkreis oder wo auch immer begegne, solle man den Dialog suchen, das Gespräch, den kleinsten gemeinsamen Nenner, um eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und damit den Extremen in die Hände zu spielen. Leichter gesagt als getan – das weiß auch Ali Can, der seinen „Migrationsvordergrund“, also sein südländisch-arabisches Aussehen mit auf die Pediga-Demonstrationen nahm und es selbst dort schaffte, Distanz abzubauen. Für das Gespräch mit besorgten oder rechtstendierenden Bürgern präsentierte er einen Fünf-Punkte-Plan: Nur zuhören – Wertschätzung zeigen - Schülerrolle einnehmen und Fragen stellten - eigene Anekdoten beifügen - connecten mit dem gemeinsamen Nenner. Offenbar gelingt Can das sehr gut – auch in Alsfeld wurde er daher nicht müde, die Bedeutung von Wertschätzung und Dialog zu betonen.

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns." Mit diesem Zitat des persischen Mystikers Dschalâl-ed-dîn Rumî war Ali Can in seinen Vortrag gestartet. Am Samstagnachmittag mochte der Alsfelder Klostergarten ein solcher Ort gewesen sein. Und ansonsten gilt es diese Orte zu suchen. Immer wieder und unermüdlich. Neben dem Genuss eines wunderbaren Nachmittages war dies vielleicht die wichtigste Botschaft des Internationalen Freundschaftsfestes.

Presseinformation der Fachstelle Demokratie Presseinformation der Fachstelle Demokratie

Aktuelles ...

Nach oben